So funktioniert es
BasicSwap ist eine selbst gehostete Desktop-Anwendung, die atomare Cross-Chain-Swaps zwischen dir und einem anderen Peer abwickelt. Du installierst einen Python-Client — oder ziehst den Docker-Stack — und er startet die Full-Node für jede Coin, die du handeln willst: bitcoind, ein Monero-Wallet-RPC und die Entsprechungen für Litecoin, Dash, Firo, PIVX, Decred, Dogecoin, Wownero, Namecoin und Particl. Die Orders laufen über das SMSG-Netz, ein dezentrales Message-Relay aus der Particl-Chain. Kein Exchange-Betreiber sieht den Trade; kein Broker verwahrt das Geld einer der beiden Seiten.
Darunter laufen zwei Swap-Protokolle. Der klassische HTLC-Pfad nutzt hash-zeitgesperrte Verträge; der moderne PTLC-Pfad setzt auf Adaptor-Signaturen, damit Paare wie BTC↔XMR — bei denen Monero kein HTLC spricht — direkt on-chain abgewickelt werden, ohne Wrapped Asset, ohne Bridge, ohne Smart Contract. Entweder werden beide Hälften des Swaps fertig, oder beide werden rückerstattet. Es gibt kein drittes Bein zum Beschlagnahmen.
KYC und Privatsphäre
Es gibt nichts, das geKYCt werden könnte. BasicSwap hat keine Anmeldung, kein E-Mail-Feld, keinen zentralen Server und keinen Betreiber, der gezwungen werden könnte, irgendetwas herauszugeben. Der Client spricht mit deinen eigenen Nodes; das Orderbuch verbreitet sich von Peer zu Peer; der Swap selbst ist nur eine Abfolge ganz gewöhnlicher On-Chain-Transaktionen. Tor-Integration ist mitgeliefert, also können SMSG-Verkehr und Node-RPCs über Hidden Services laufen, falls du Privatsphäre auf Netzwerk- und Protokollebene willst.
Was eine außenstehende Beobachterin sieht, hängt von den beteiligten Coins ab. Ein BTC↔XMR-Swap erzeugt zwei unauffällige Transaktionen auf je einer Chain, ohne öffentlich sichtbare Verknüpfung — der Trick der Adaptor-Signatur hält die Korrelation off-chain. Ein Swap zwischen zwei transparenten Chains (LTC↔BTC) ist von Natur aus weniger privat, aber nicht identifizierbarer als derselbe Trade über eine beliebige Non-Custodial-Wallet.
Stärken und Grenzen
Das Privatsphäre-Modell ist das stabilste im Regal der No-KYC-Exchanges, weil es architektonisch ist und nicht bloß eine Richtlinie. Der Code steht unter MIT-Lizenz, liegt öffentlich auf GitHub und liefert seit der Open Beta 2022 stetige Releases — v0.16.2 erschien am 11. Mai 2026. Gegen das Protokoll oder den Referenz-Client wurde kein Vorfall mit Mittelverlust gemeldet.
Der Preis ist echte Reibung. Du musst eine Bitcoin-Full-Node und eine Monero-Full-Node auf eigener Hardware betreiben, um zwischen beiden zu handeln — also Hunderte Gigabyte auf der Platte und eine initiale Synchronisation in Tagen. Außerhalb der Paare BTC, XMR und PART ist die Liquidität dünn, und größere Orders bleiben stundenlang offen. Es gibt kein formales Drittaudit. Die Oberfläche ist eine lokale Web-UI für Engineers, nicht fürs breite Publikum.
Verdikt
BasicSwap ist das, wonach man greift, wenn kein KYC wirklich kein Betreiber, kein Orderbuch-Host, kein Verwahr-Schritt heißen soll — und man die Geduld hat, drei Blockchain-Daemons zu füttern. Für alle anderen ist die Reibung eine Wand.
BasicSwap liefert Privatsphäre auf Protokollebene ohne Betreiber irgendwo in der Kette — der Preis ist die Installation, der Speicher und das Warten auf eine Gegenseite. Wer drei Blockchain-Daemons betreiben kann, findet hier einen der saubersten No-KYC-Tausche überhaupt. Note: A (9,0/10). Vertrauen: TRUSTED.



